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04/28/2022

Wie modern ist unser Arbeitsgesetz?

Elf Stunden Ruhepause sind wichtiger denn je.

Wie modern ist unser Arbeitsgesetz?

Das Gesetz besagt, dass zwischen dem Arbeitsende an einem Tag bis zum Arbeitsbeginn am darauffolgenden Tag elf Stunden liegen müssen. Innerhalb dieser elf Stunden liegt die Fahrzeit zur Arbeitsstelle und wieder zurück, das ein- und ausräumen der Spülmaschine und unsere Mahlzeiten.

Einige von uns treiben während dieser elf Stunden Sport, gehen ins Kino oder treffen sich mit Freunden. Andere kümmern sich in dieser Zeit um ihre Familie oder gehen gemeinnützigen Tätigkeiten nach. Was natürlich niemals fehlen darf, ist unser Schlaf. 

Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigt, dass wir für alle diese Tätigkeiten leider nur selten wirklich volle elf Stunden Zeit haben. Befragt wurden mehr als 6700 Vollzeitbeschäftigte zwischen 18 und 64 Jahren aus unterschiedlichen Branchen. Unter anderem waren Arbeitnehmer aus dem Gesundheitswesen, der Gastronomie, dem Tourismus und der Sicherheit vertreten. Auch Führungskräfte wurden befragt. 

Elf Stunden Ruhepause wichtiger denn je!

Das Ergebnis zeigt, dass bei längerer Arbeit und der Verkürzung der elf Stunden Ruhezeit psychosomatische Beschwerden vermehrt auftreten. Es wird von emotionaler Erschöpfung, Schlafmangel oder Rückenschmerzen berichtet, selbst wenn die Mehrarbeit nur einmal im Monat vorkommt.  Die Befragung ergab, dass bei rund 20 Prozent der Teilnehmenden die Ruhezeit mindestens einmal im Monat verkürzt sei. Im Gesundheitsbereich lag diese Quote mit rund 40 Prozent deutlich höher.  Auch Beschäftigte der Gastronomie und dem Tourismus berichteten von deutlichen Abweichungen der Ruhepause. 

Führungskräfte berichteten branchenunabhängig von verkürzten Ruhezeiten. Auch die von vielen Arbeitnehmern geschätzte Flexibilität hat in der Praxis einen gravierenden Nachteil: Meist bedeutet sie automatisch längere Arbeitszeiten. Dabei ist ausreichend Zeit für Erholung auch für Arbeitnehmer wichtig, die keine schwere körperliche Arbeit leisten oder flexibel von zu Hause aus arbeiten können. Vor allem die Regelung der Nichterreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeiten ist entscheidend, damit die elf Stunden Ruhezeit nicht durch berufliche Mails oder Anrufe gestört wird.